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Psychologische Kriminalitätstheorien
psychoanalytischer Ansatz (wissenschaftstheoretisch und als Behandlungsansatz bedeutsam). Kriminalität wird als Ausdruck einer Persönlichkeitsstörung aufgefaßt, deren Bedingungen in frühen Beeinträchtigungen der psychischen Entwicklung gesehen wird = Entwicklungsstörungen und auch konstitutionelle Schwächen (Attachment oder Frustationstoleranz), für diesen Ansatz hat aber auch die Erklärung Gültigkeit, daß Straftaten unter extremen aktuellen Belastungen bei ansonsten “normaler” Persönlichkeitsstruktur begangen werden können. Bei der neurotisch bedingten Kriminalität werden ungelöste Konflikte zwischen (verdrängten) Triebwünschen und einem zu starken Über-Ich angenommen. Kritik: Begriffliche Unklarheit, ausgehend von fiktiven Persönlichkeitsstrukturen, retrospektive Hypothesenprüfung, Vieldeutigkeit der Beobachtungsdaten, basieren auf subjektiven Validierungsmethoden (Erinnerung, Deutung des Analytikers)