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Was sind generell Probleme bei Interessensfragebögen (5)?
- Die Erfassung von Interesse alleine reicht nicht aus um Ausbildungs- oder Berufszufriedenheit bzw. Erfolg vorherzusagen. - Die notwendigen FÄHIGKEITEN dafür müssen unbedingt mit erhoben werden. (Es muss letztlich bei einer psychologischen Laufbahnberatung die leistungsbezogene Eignung entscheidend sein)- D.h. es soll auch Leistungstest durchgeführt werden.
- Interesse entwickelt sich oftmals erst durch Aktualisierung in einer bestimmten Situation ("by doing"). - Beispiel: „Es interessiert mich sehr Laboruntersuchungen durchzuführen.“ – Kann nur gut beantwortet werden, wenn es selbst schon durchgeführt wurde.
- Interessenfragebogen setzen viel Vorstellungskraft und Informiertheit voraus. (Ist es der Tp überhaupt vorstellbar zu machen, was bestimmte von ihr zu beurteilende Tätigkeiten tatsächlich bedeuten?)Beispiel: "mit Maschinen oder technischen Geräten arbeiten" bedeutet oft, unter starker Lärm- und Staubbelastung, tlw. unter Zeitdruck arbeiten zu müssen.
- Interessefragebögen decken nicht alles ab (Kann ein Interessensfragebogen überhaupt sämtliche heute (und später) relevanten, dh. beruflich verwertbaren Interessensbereich abdecken?)
- Interessensfragebögen sind (sozial erwünscht) verfälschbar. Häufig kann die Motivation für einen Beruf größer als das Interesse daran sein; das mag an Prestigestreben der Tp liegen, am Wunsch der Eltern oder am Vorbild der Peers - dann ist es natürlich verlockend, die Items eines Interessenfragebogens so zu beantworten, wie sie zum gehegten Berufswunsch passt.
Tags: Interessen
Quelle: S257
Quelle: S257
Karteninfo:
Autor: coster
Oberthema: Psychologie
Thema: Psychologische Diagnostik
Schule / Uni: Universität Wien
Ort: Wien
Veröffentlicht: 12.06.2013